Mein Studienfreund Alexander Woskanjan nimmt (als einer von zwei Vertretern der HU-Berlin) am Science Slam Wettbewerb des rbb teil. In seinem Beitrag geht es um die Verbesserung des Repräsentierens.
Sonntag, 21. April 2013
Samstag, 23. Februar 2013
Paris
Im Jahr 1994 wollte ich meine erste Auslandsreise ohne meine
Eltern unternehmen. Das Ziel stand eigentlich schon lange fest: Paris. Diese
Stadt erschien mir damals als die schönste und spannendste Stadt Europas. Aber
es war nicht einfach Paris. Ich wollte das Centre Pompidou besuchen. Darauf
aufmerksam geworden wahrscheinlich durch die Berichterstattung rund um den
Wettbewerb zur Bebauung des Potsdamer-Platz-Areals, erschien mir das Centre
Pompidou damals als der Inbegriff von Kultur.
(Foto eines in der Galerie Aedes am Savignyplatz in den 90er Jahren ausgestellten nicht realisierten Modells für das Centre Pompidou)
Im Januar 1994 war es dann endlich soweit. Ursprünglich als
Reise zusammen mit einem Freund, den ich bei der Arbeit im Museum kennengelernt
hatte geplant, trat ich die Reise schließlich alleine an, als der Freund kurzfristig
absagte. Und nach einer anstrengenden Fahrt mit dem Nachtzug erreichte ich
vormittags, ohne bis dahin zu wissen, wo ich übernachten sollte, die Stadt. Nachdem in einer Jugendherberge unweit des Rathauses
ein Bett organisiert war, begannen meine (bis heute einzigen) drei Tage in Paris.
Auf dem Plan standen ein Spaziergang mit abendlichem Besuch des Centre Pompidou
und darin des Musée National d‘Art Moderne, am zweiten Tag ein Besuch des Picasso-Museums und am dritten des Arc de Triomphe, der Champs-Élysées
und Sacré-Coeur.
Unvergesslich bis heute ist mir der Besuch des Musée
National d’Art Moderne in den Abendstunden, in denen dort länger geöffnet war als
in den Berliner Museen, die entspannte Atmosphäre, die sehr schick gekleideten
Aufsichtskräfte, eine deutsche Schulklasse, die, Erklärungen erhaltend, sich
vor einem riesigen Bild von Kandinsky niedergelassen hatte.
Der zweite Tag brachte dann mit dem Picasso-Museum mein bis
heute vielleicht intensivstes Museumserlebnis, bei dem ich den ganzen Tag in
der Ausstellung verbrachte. Nach dem Besuch hatte ich mir eingebildet, mich
anders zu fühlen oder mich verändert zu haben.
Eigentlich waren damit die wesentlichen Punkte der Reisewunschliste
erfüllt, den dritten Tag hatte ich für Sightseeing offen gelassen. Aber
schließlich sollte dann ein ungeplantes Erlebnis dieses dritten Tages für mich zum
eigentlichen Erlebnis von Paris werden. Nach einem morgendlichen Besuch am Arc
de Triomphe und einem kurzen Spaziergang über die Champs-Élysées bei eisigen
Temperaturen wollte ich mit der Métro in Richtung Montmartre fahren. Für einen
Sonntagvormittag war der Zug dann jedoch erstaunlich voll. An einem Punkt
stiegen die meisten Leute aus. Um zu sehen, was der Grund dafür ist,
stieg ich mit aus – und befand mich plötzlich auf der Straße in einer
Riesendemonstration, die sich offenbar gerade in Gang setzte. Es waren dabei
sehr viele junge Menschen. Aus Interesse reihte ich mich in die Demonstration
ein, auch weil ich dachte, dass dies ebenfalls eine interessante Art des
Sightseeings sein könnte. Was dann begann, war aber mit Demonstrationen, die
ich in Berlin kennengelernt hatte, nicht zu vergleichen. Dies war keine
Demonstration sondern eine 'Manifestation'. Schon nach wenigen Minuten kam ein
älterer Herr auf mich zu, fragte mich, ob ich mitdemonstrieren würde und holte
mir eine Anstecknadel. Die Demonstranten setzten sich in Blöcken in Bewegung. Was
mir neu war, waren Tänze und Zwischenspurts, die plötzlich eingelegt wurden,
die ich erst nicht mitmachen wollte, aber dann dazu gezwungen war, da einen der
folgende Block ansonsten überrannt hätte. Unvergesslich auch Schüler, die auf
der gesamten Breite des Straßenzuges begannen, die Nationalhymne zu singen. Kein
Vergleich mit der Passivität der Teilnehmenden, die ich in Berlin erlebt hatte.
Es war eine Demonstration für die öffentlichen Schulen und für die Demokratie
mit nach Angaben von Libération über 600.000 Teilnehmern. In Berlin führen
solche Demonstrationen heute über Straßen mit Namen wie Kurfürstendamm, Unter
den Linden, Potsdamer Platz. Hier bewegte sich die Menge der Menschen über die
Place de la République, den Boulevard Voltaire zur Place de la Nation.
Vielleicht gab es keine bessere Möglichkeit, als Paris und Frankreich auf einer
solchen „Manifestation“ kennenzulernen.
(Libération vom 17.01.1994)
(ein damals am Rande verteiltes Flugblatt)
Donnerstag, 21. Februar 2013
Im Museum - Ergänzung
Bezüglich Äußerungen, die angeblich mir zugeschrieben wurden, habe ich folgendes zu sagen:
Vor etwa 2 Jahren führte ich mit einem Studienfreund eine kurze Unterhaltung über meine Tätigkeit im Museum. In diesem Gespräch erzählte ich ihm auch von meinem bisher größten Ausstellungserlebnis, „Das MoMA in Berlin“. Besonders motivierend für die Arbeit in dieser Ausstellung war ein von der Geschäftsführung eingeführtes Bonussystem, das beim Erreichen von bestimmten Umsätzen und/oder einer bestimmten Nutzungshäufigkeit von Führungen im Verhältnis zur Besucherzahl Bonuszahlungen vorsah. Z.B. zusätzlichen Lohn für 4,5 h bei einer vollen Tagesschicht, wenn ein bestimmter Umsatz erreicht wurde. Dies führte über die gesamte Dauer der Ausstellung zu (für meine Verhältnisse) hohen Bonuszahlungen und dazu, dass die Geschäftsführung aufgrund des Besucheraufkommens die Bonusvereinbarung nach zwei Monaten noch einmal überarbeiten musste. Dieses habe ich meinem Studienfreund während eines Gesprächs berichtet, wie auch, dass ich während der Zeit meiner damaligen Beschäftigung im Museum weder Miete zahlen noch Lebensmittel für mich kaufen musste (da ich bei meinen Eltern wohnte), was mir ermöglichte, zu sparen. Die Zahlen, die ich meinem Studienfreund dabei nannte, waren jedoch übertrieben.
Bezüglich meines Einkommens im Jahr 2004 wäre noch folgendes zu sagen: Neben meinem Museumsgehalt hatte ich weitere zusätzliche Einnahmen aus Verkäufen von Souvenirs gemeinsam mit einem Freund. Darüber hinaus konnte man sich im Zusammenhang mit der Sonderausstellung auf unterschiedliche Weisen regelmäßig Geld dazu verdienen, worüber ich ebenfalls mit meinem Studienfreund sprach, etwa durch Begleitung Schwerbehinderter in die Ausstellung oder dadurch, dass man den Besuchern (als Platzhalter) das Warten abnahm oder vereinzelt durch Weiterveräußerung von selbsterworbenen gültigen Tickets außerhalb des Ausstellungsbereiches.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Zum neuen Jahr
Ursprünglich wollte ich zum neuen Jahr etwas über meine
Ferienlektüre - Ludwik Flecks „Entstehung und Entwicklung einer
wissenschaftlichen Tatsache“ (1935) – aufschreiben. Stattdessen wird es zunächst
ein Rückblick auf das Jahr 1996, da ich vor kurzem beim Durchsehen älterer Tagebuchaufzeichnungen die Notizen
meiner ersten Reise nach Kreisau wiedergefunden habe. Ich stelle sie hier dem
Bericht über Kreisau an die Seite, um diesen durch meinen unmittelbaren
Eindruck von damals zu ergänzen.
1996 kam ich zum zweiten Mal nach Polen und konnte noch kein
Wort Polnisch. In Kreisau wollte ich ein Seminar zum Thema Recht und
Gerechtigkeit besuchen. Bei meinen Aufzeichnungen handelt es sich um
Eintragungen, die ich direkt so aufgeschrieben habe, wie sie mir eingefallen
sind. Das Seminar war für mich die erste Veranstaltung dieser Art. In den
Notizen geht es vor allem um den äußeren Rahmen. Freunde aus Polen habe ich
erst im darauf folgenden Jahr kennengelernt. Viele Begegnungen habe ich auch in
Erinnerung, über die ich leider nichts geschrieben habe, wie etwa mit einer
älteren Frau aus Polen neben mir im Bus, vielleicht im Rentenalter, die sich
mit mir auf Deutsch zu unterhalten begann.
Freitag, 17.05.96
Die ersten Eindrücke von Kreisau
Gestern Abend bin ich in Kreisau angekommen. Es ist eine
große Gutsanlage mit Gutshaus. Die Gebäude, ehemalige Stallungen und Wohnhäuser
schließen einen großen rechteckigen Platz ein. Hinter dem Herrenhaus fließt ein
Nebenfluß der Peile, die die Gutsanlage rückwärtig von den Feldern und dem
Berghaus trennt. Alle Gebäude waren teilweise zerfallen und mußten sogar abgerissen und neu aufgebaut werden.
Man arbeitet heftig an der Wiederherstellung und am Ausbau der Anlage zum
Veranstaltungsort. Die Einrichtung der Zimmer ist im westlichen Standard. Mein
Raum befindet sich über ehemals Schafställen unter dem Dach, seitlich vom
Herrenhaus. Hier sollen bis zum Sonntag 170 Personen untergebracht werden. Die
Konferenz beginnt nach dem Mittagessen. Ihre Thematik und die Referenten
bedeuten mir mehr als der Großteil der Besucher. Es herrscht etwas Schönwetter-Vereinsatmosphäre. Interessanter
sind die Polen. Im Zug habe ich ein nettes Mädchen kennengelernt, die gleich
meine Weiterfahrt nach Schweidnitz organisiert hat. In Schw. dann mit dem Bus
bis kurz vor Kreisau. Dann gelaufen und angekommen. Hier herrscht sympathische
ländliche Atmosphäre. Teilweise sieht es schlimm aus, aber „natürlich“
verfallen. Die Leute scheinen optimistisch zu sein. In meinem Zimmer ist bis
jetzt nur ein Pole von der dpa aus Warschau untergebracht, der mich über die
poln. Gesellschaft informiert. Gestern,
nach dem Abendessen hatte ich noch einen interessanten Spaziergang bei
angenehmen milden Abendtemperaturen zum Berghaus. Wenn man es schon von
Fotografien kennt, ist es ein sehr eigenartiges Gefühl, nun selbst an der
Terrasse zu stehen und sich vorzustellen, wie es früher wohl einmal war.
In dieser Gutsanlage zu wohnen ist sehr gut. Sie besitzt ein
ganz eigenes Ambiente, etwas freiheitlich-festhaftes. So ist es auch ein
bischen Erholungsurlaub vom Streß. Aber
ich werde mich auf die Thematik dieser Konferenz der Stiftung Kreisau für
Europ. Zusammenarbeit konzentrieren.
Die Fahrt nach Kreisau hat sich vollkommen gelohnt. Es ist
ein Glück, daß ich dorthin gefahren bin. Zum ersten Mal auch das geistige Klima
nach dem ich gesucht habe und nicht wußte, wie es sein kann.
Inhaltlich hat mir die Konferenz wenig gebracht. Sie hat
aber meinen Horizont erweitert, was die Probleme und die gesellschaftlichen
Situationen der osteurop. Nachbarstaaten, v.a. Polen betrifft. Ich habe auch
richtig nette Leute kennengelernt (Andreas, Mitarbeiter, Torsten, Jura-Student aus Halle)
und zum ersten Mal Freya von Moltke kennengelernt bzw. gesehen.
Kirchenmenschen, Pfadfinder waren auch dort mit denen ich nett und ruhig
gesprochen habe. Ich hätte mich ja noch
lieber mehr mit jungen Polen unterhalten, zum Beispiel den dort Angestellten
oder Helfenden, die ich sehr interessant und im Falle der Rezeptionsfrau auch
vorbildhaft finde. Die Leiterin der Konferenz ist einmalig. Ich hätte ihr gerne
noch Glück gewünscht. Der Rahmen konnte perfekter nicht sein. Unterkunft und
Wetter blendend, Lagerfeuer für mich ein schöner Abschluß. Ich habe mich zum
Schluß lange mit einem Mädchen aus Brandenburg unterhalten, das am Lagerfeuer
neben mir saß.
Was ist sonst zu sagen:
Das Klavierkonzert mit Veronica Jochum als Abschluß am Sonntag war sehr
beeindruckend. Es fand in der Musikhochschule in Schweidnitz statt. Am 1.
Konferenztag hat man mit Torsten und mir ein Interview geführt. Ich habe mich
in den Zwischenpausen fast durchweg gut unterhalten. Auch der gemeinsame Gesang
als Abschluß des ökumenischen Gottesdienstes hat mir gefallen, wie auch das
Auftreten und der Gesang der Pfadfinder, die das Lagerfeuer erst schön gemacht
haben.
Dienstag, 1. Januar 2013
Emails
In Bezug auf meinen privaten Emailverkehr mit einem Freund möchte
ich noch einmal wiederholen, dass ich drastische Formulierungen in diesem Emailverkehr
gewählt habe, um dem Freund gegenüber deutlich zu machen, wie ich einen
Beleidigungsfall empfinde und mit welchen Formulierungen ich diesen Beleidigungsfall vergleichen würde,
welchem Niveau ich diesen Beleidigungsfall zuordnen würde.
Diese Äußerungen stellen in keiner Weise meine Einstellung zu
anderen Menschen oder meine Sichtweise anderer Menschen dar. Wenn solche
Formulierungen von mir (ohne Erklärung) von jemandem veröffentlicht werden,
dann bedauere ich das sehr. Ich wollte mit diesen Formulierungen meine Empfindung einer Beleidigung zum Ausdruck bringen.
Ergänzung:
Ergänzung:
Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Ich wurde über
meinen Nutzernamen in der Online-Ausgabe einer Zeitung nach meiner Ansicht
beleidigt. Diese Beleidigung empfand ich als menschenverachtend. Mein Freund,
den ich mit als ersten ins Vertrauen darüber zog, sah weder Menschenverachtung
noch Beleidigung, sondern erschien mir so, als würde er es nicht schlecht
finden. Ich wollte ihn daher durch für mich vergleichbare Formulierungen darauf
aufmerksam machen, wie ich diese Beleidigung lese. Darüber sprachen wir auch
lange. Auf diese Weise sind die angesprochenen Formulierungen in unserem
Emailverkehr zustande gekommen. Diese Äußerungen stellen in keiner Weise meine Einstellung zu anderen Menschen dar.
Dienstag, 23. Oktober 2012
noch einmal die Kirchen
Einerseits scheint – wie man lesen kann – in den Grundlagen
und Strukturen der Kirchen vieles morsch zu sein (1).
Andererseits scheinen Einrichtungen der Kirchen (Krankenhäuser, Hospize, Diskussionsveranstaltungen etc.) von großer Bedeutung zu sein.
(1) Vgl. F.W. Graf: Kirchendämmerung – Wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen, München 2011
(2) „Wissenschaft kann der Menschlichkeit dienen, sie kann aber auch zum Instrument des Bösen werden und ihm dann erst seine volle Schrecklichkeit verleihen. Nur wenn sie getragen ist von sittlicher Verantwortung, vermag sie ihr wahres Wesen zu erfüllen. Ich weiß nicht, wann und wie Sacharow diese Zusammenhänge mit ihrem ganzen Ernst deutlich geworden sind. Eine kurze Notiz über eine Begebenheit aus dem Jahr 1955 gibt einen Hinweis. Im November 1955 waren sehr wichtige Versuche mit thermo-nuklearen Waffen angestellt worden, bei denen es zu tragischen Ereignissen kam: dem Tod eines jungen Soldaten und eines zweijährigen Mädchens. Bei einem anschließenden kleinen Bankett erhob Sacharow sein Glas zu einem Trinkspruch, bei dem er sagte, er hoffe, dass russische Waffen nie über Städten explodieren würden. Der Leiter des Tests, ein hoher Offizier, erklärte in seiner Antwort, die Aufgabe des Gelehrten sei es, die Waffen zu verbessern; wie sie verwendet werden, sei nicht ihre Sache. Ihr Verstand sei dafür nicht zuständig. Sacharow kommentiert dazu, er habe schon damals geglaubt, was er auch jetzt noch glaube, „dass kein einziger Mensch seinen Teil der Verantwortung für eine Sache, von der die Existenz der Menschheit abhängt, zurückweisen kann“.“
Vgl. A.D. Sacharow: Mein Land und die Welt, Wien 1976 (2. Aufl.), S. 82; zitiert nach: Joseph Kardinal Ratzinger: Werte in Zeiten des Umbruchs, Freiburg im Breisgau 2005
Andererseits scheinen Einrichtungen der Kirchen (Krankenhäuser, Hospize, Diskussionsveranstaltungen etc.) von großer Bedeutung zu sein.
Diese Seite der Religion habe ich versucht zu betonen, nicht
um damit das Morsche zu stabilisieren, sondern um das in meinen Augen Gute
anzusprechen, das ich kennengelernt hatte. So denke ich auch, dass der angesprochene
weite Horizont bei der Beurteilung existentieller Fragen (wie z.B. der
Atombombe) eine zu bedenkende Herangehensweise an Probleme darstellt, wenn
dadurch mehr Handlungsoptionen aufgezeigt und dadurch Notwendigkeiten und
Alternativlosigkeiten aufgebrochen werden können (2). Dies sehe ich so – von
außen - aus Sicht der Philosophie, ohne dass ich mich damit einem
Glaubensgebäude unterordne.
Ich diene damit ganz klar gesagt keinen fremden Interessen,
sondern habe mich dazu herausgefordert gefühlt, dies zu formulieren, da ich auf
vielfältige Weise den Eindruck hatte, dass im Zusammenhang mit mir eine zu
einseitige bzw. missverständliche Meinung veröffentlicht wurde. Ich habe mich
in meinem Lebensumfeld plötzlich – für mich gesehen ohne mein Zutun – einem
wirklich extremen Druck ausgesetzt gesehen (ich hätte eine große „Schuld“ auf
mich geladen), der durch die Öffentlichkeit noch verstärkt wurde. Ich habe mich
hier verpflichtet gesehen, mich noch einmal zu äußern.(1) Vgl. F.W. Graf: Kirchendämmerung – Wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen, München 2011
(2) „Wissenschaft kann der Menschlichkeit dienen, sie kann aber auch zum Instrument des Bösen werden und ihm dann erst seine volle Schrecklichkeit verleihen. Nur wenn sie getragen ist von sittlicher Verantwortung, vermag sie ihr wahres Wesen zu erfüllen. Ich weiß nicht, wann und wie Sacharow diese Zusammenhänge mit ihrem ganzen Ernst deutlich geworden sind. Eine kurze Notiz über eine Begebenheit aus dem Jahr 1955 gibt einen Hinweis. Im November 1955 waren sehr wichtige Versuche mit thermo-nuklearen Waffen angestellt worden, bei denen es zu tragischen Ereignissen kam: dem Tod eines jungen Soldaten und eines zweijährigen Mädchens. Bei einem anschließenden kleinen Bankett erhob Sacharow sein Glas zu einem Trinkspruch, bei dem er sagte, er hoffe, dass russische Waffen nie über Städten explodieren würden. Der Leiter des Tests, ein hoher Offizier, erklärte in seiner Antwort, die Aufgabe des Gelehrten sei es, die Waffen zu verbessern; wie sie verwendet werden, sei nicht ihre Sache. Ihr Verstand sei dafür nicht zuständig. Sacharow kommentiert dazu, er habe schon damals geglaubt, was er auch jetzt noch glaube, „dass kein einziger Mensch seinen Teil der Verantwortung für eine Sache, von der die Existenz der Menschheit abhängt, zurückweisen kann“.“
Vgl. A.D. Sacharow: Mein Land und die Welt, Wien 1976 (2. Aufl.), S. 82; zitiert nach: Joseph Kardinal Ratzinger: Werte in Zeiten des Umbruchs, Freiburg im Breisgau 2005
Freitag, 19. Oktober 2012
Für einen Freund
Diese Aufnahmen der Japanischen Kirschallee vom Berliner Mauerstreifen bei Teltow entstanden in einem früheren Jahr. Gestern sah es dort ebenso schön aus...
Die dort angebrachten Worte gelten wohl für jede Jahreszeit:
UNTER DEN ZWEIGEN
DER KIRSCHBÄUME IN BLÜTE
IST KEINER EIN FREMDER HIER
ISSA
UNTER DEN ZWEIGEN
DER KIRSCHBÄUME IN BLÜTE
IST KEINER EIN FREMDER HIER
ISSA
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